Schreibkraft
Heiner Frost

2. Dezember 2021
von Heiner Frost
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Kurhauskörperwelten

Ming-Jing Tsai: Untitled, 2020

Lassen wir die anderen sprechen: „Wie der nackte Körper bewertet wird und ob ein Körper als nackt angesehen wird, hängt maßgeblich vom historischen, sozialen, religiösen und kulturellen, aber auch vom politischen Kontext ab. Nacktheit ist eine Frage der Perspektive.“

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26. November 2021
von Heiner Frost
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Am Haken oder: Die Wirklichkeiten des Herrn D.

Manche, sagt man, haben Schwierigkeiten mit dem Verlieren. Geschenkt. Zu reden wäre über die, denen Gewinnen nicht genug ist. Herr D. ist in unser aller Interesse unterwegs. Er ist Staatsanwalt. Die Staatsanwaltschaft – objektivste Behörde der Welt. „Kommen Sie mir jetzt nicht mit Allgemeinplätzen“, grätscht D. einer Verteidigerin ins Wort, die ihn an seine Pflichten zu erinnern versucht.

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18. November 2021
von Heiner Frost
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Haldern Pop 2022: Zurück auf die Wiese

Foto: Rüdiger Dehnen

Das mal vorneweg: Haldern Pop 2022 (laufende Nummer 39) soll, wenn alles glatt läuft, wie Haldern Pop 2019 sein. Reitplatz, große Bühne – was man so kennt. Trotzdem ist klar: Irgendwie kann das Nachher nicht wie das Vorher werden. „Die Zukunft ist klein“, sagt Stefan Reichmann. Das könnte man jetzt als riesengroßen Pessimismus nehmen. Ist es aber nicht. Ganz und gar nicht, aber dazu später mehr.

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12. November 2021
von Heiner Frost
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Könnte echt sein …

Foto: Rüdiger Dehnen

„Muss man wirklich anreisen? Nur für eine Verhandlung? Es würde doch auch anders gehen. Was soll denn das? Einfach skypen: Den Ausweis in die Kamera halten – dann wäre doch klar, wer man ist. Eine Posse ist das doch. Hunderte Kilometer ist man angereist. Am Vortag schon. So ein Quatsch.“

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10. November 2021
von Heiner Frost
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Auf Wiederhören. Stefan Schöler: Piano

Foto: Torsten Barthel

Das ist doch mal ein Anfang: „Ich erinnere mich an eine Unterhaltung mit Stefan. Er studierte damals Klavier an der ArtEZ University of the Arts, wo ich seit dem 17. Jahrhundert Leiter Abteilung Jazz & Pop bin.“ So beginnt der Klappentext von „Wiedersehen“, der neuen CD des Stefan Schöler Trios (Stefan Schöler, Klavier; Finn Wiest, Schlagzeug; Lukas Keller, Bass). Das mit dem 17. Jahrhundert sei kein Druckfehler – es sei natürlich ironisch gemeint und stehe für eine unfassbar lange Zeit. Seit der Steinzeit also, denke ich.

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8. November 2021
von Heiner Frost
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Goldene Hochzeit

Foto: Ingo Schaefer

Im Fernsehen: Die Exhumierung einer zerbröselten Erinnerung. Gottschalk. In Düsseldorf: Goldene Hochzeit. 50 Jahre Hans van Manen. Man ist als Pilger angereist. Ganz ohne Präsente, denn bei dieser  Feier wird, denkt man, das Publikum beschenkt. Die deutsche Oper am Rhein – eine Wallfahrtsstätte. Reliquien gibt es trotzdem keine. Das Leben wird gefeiert. Der Tanz. Der Esprit. Das Unverwüstliche. Da dreht ein ganz Großer die Ehrenrunde. Alles ist Zugabe. Geschenk. Da ist einer mit der Bühne verheiratet. Bis dass der Tod euch scheidet …

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31. Oktober 2021
von Heiner Frost
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Ein Mann, ein Wort: Beuys und der Nationalsozialismus

Ausschnitt aus dem Buchcover von Marija Skara

Es wird jetzt ein bisschen kompliziert, denn es geht an die Grundfesten der Rezeption. Heutzutage wird ja gern hinterfragt, was der Mensch weißwestig gut finden darf und allerlei Berufene schwingen sich zu Aposteln auf …
Caravaggio zum Beispiel. Ist der Name bekannt? Der Mann ist Maler. Er war Maler. Aber was bedeutet in der Kunst schon ‚ist‘ und ‚war‘? Caravaggio lebte von 1571 bis 1610. Ein Genie der Malerei, und …: ein Mörder. Frage: Darf gut gefunden werden, was ein Mörder gemalt hat? Vielleicht hängt das vom Standpunkt ab – und von der Profession. Kanndarf Wagner, das großdeutsche Komponistenschlachtross, gut gefunden werden, wenn man um seinen Antisemitismus weiß?

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29. Oktober 2021
von Heiner Frost
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Love is in the air

Robert Indiana: The New Zero, 1972. Foto: Rüdiger Dehnen

Natürlich ist man Junkie. Gute Kunst macht atemlos. Es ist nie genug. Es gibt nie genug …
Im Museum Kurhaus Kleve zeigen sie, was so alles da ist: ‚Original & Kontext – Die Sammlung analog und digital.‘ Um das mal gleich loszuwerden: Es ist eine fulminante Schau – fast schon könnte man von einer Show sprechen: von einem Show-Down und wenn‘s katholisch zuginge, täte man schreiben: urbi et orbi – der Stadt und dem Erdkreis. Wäre man im Barock, man sandte Männer aus: mit Fanfaren und beritten. Haltstopp. Die Pferde gehen durch.

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