Schreibkraft
Heiner Frost

Gerichtigkeit

„Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwarze Mäntel,welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennt.“ (Friedrich Wilhelm I.: Kabinettesorder vom 15. Dezember 1726.) Gerichte kennt man aus Shows oder Justizklassikern. Letztere sind meist amerikanischen Ursprungs und zeigen ein gänzlich anderes System – Erstere setzen auf eine Mischung aus Fremdschämen, Sensationslust und Voyeurismus. Deutscher Gerichtsalltag ist eine andere Sache. Gerichte sind die Herzkammern einer intakten Gesellschaft – Orte, an denen es nicht immer um Gerechtigkeit,wohl aber um das Recht geht. Gerichte sind Endpunkte vieler Geschichten, an deren Ende „Im Namen des Volkes“ Urteile gesprochen werden.

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