Manna Nasht ist 52 und eine von der kommunikativen Sorte. Seit einem Jahr arbeitet sie im Klever Tiergarten, Abteilung Besucherservice. Zu ihren Aufgabenbereichen gehören das Kassenhaus und Besucherführungen. „Früher war ich in Amsterdam in der Filmproduktion tätig“, sagt Nasht, deren Nachname auf englisch/amerikanische Ahnen schließen lässt. Filmproduktion, sagt Nasht, sei eine der Sachen, „die du ganz oder gar nicht machst“. Klartext: Film und Familie passen eher nicht so gut zusammen.
Gesucht – gefunden
Von Amsterdam kam Nasht über Lübeck nach Kleve, Mann und drei Kinder inklusive. „Ich habe dann nach einem Job gesucht und die Annonce des Tiergartens gefunden. Das klang irgendwie nach genau dem, was ich gesucht habe.“ Dass Nasht drei Sprachen spricht (Niederländisch, Englisch, Deutsch) ist für ihren Job eine nützliche Zugabe.
„Manchmal kommt es vor, dass niederländische Besucher an der Kasse Deutsch sprechen und ich dann auf Niederländisch antworte. Manche finden das super, weil sie froh sind, dass ich ihre Sprache spreche – andere möchten gern Deutsch sprechen.“ Nasht ist im Team angekommen. Bei ihr klingt das so: „Hier im Tiergarten passieren ganz positive Sachen. Das spürt man sofort.“ Was Nasht auch sagt: „Es gibt immer ein offenes Ohr – vor allem auch für neue Ideen. Das finde ich super.“
Die freuen sich auf einen schönen Tag
Nasht gehört nicht zu denen, die einen Gast als Störfall betrachten. „Die allermeisten Leute sind total nett. Die besuchen uns und freuen sich auf einen schönen Tag.“ Dass ab und an mal jemand meckere, gehöre auch dazu und Nasht wirkt wie eine, die mit einer solchen Situation umgehen kann.
Führungen inklusive
Übrigens sitzt sie nicht nur im Kassenhaus. „Zur Beschreibung unseres Jobs [Nasht hat sechs Kolleginnen und einen Kollegen] gehört es auch, dass wir Führungen machen. Das bedeutet dann, dass man sich einliest und über die Tiere Bescheid weiß. Und natürlich sprechen wir bei unseren Führungen auch über den Artenschutz und darüber, dass ein Euro von jedem Ticket für Tierprojekte gespendet wird.“
Das mit dem Artenschutz erkläre sie allerdings nicht, wenn es um einen Kindergeburtstagsführung gehe. „Da geht es dann darum, den Kindern unsere Highlights zu zeigen.“
Dreidimensional hören
Was Nasht besonders gefällt: „Ich kann vom Kassenhaus auf unsere neue Trampeltieranlage schauen. Das ist schon toll.“ Gibt’s ein Lieblingstier? „Es gibt Tiere, die ich total interessant finde. Schneeeulen zum Beispiel: Die können dreidimensional hören, absolut lautlos fliegen, sind fantastische Jäger und passen sich bei der Fortpflanzung an die äußeren Umstände an. Das bedeutet: In futtermageren Jahren werden die Gelege kleiner – es gibt weniger Nachwuchs. Das finde ich sehr erstaunlich.“
Nasht arbeitet 20 Stunden pro Woche und liebt ihren Job. Gut so, denn sie ist „am Empfang“ diejenige mit dem ersten Kundenkontakt. „Willkommen im Tiergarten.”
