Schreibkraft
Heiner Frost

Gerne weiter bis zur Rente

Wenn Pascal Döllekes am Ende eines Arbeitstages einen Blick auf den Schrittzähler in seinem Smartphone wirft, „dann stehen da zwischen 20.000 und 30.000 Schritte zu Buche“. Pascal ist 31 Jahre alt. Der Job bringt viel frische Luft und – siehe oben – auch viel Bewegung und fragt man Döllekes nach einem beruflichen Zukunftsszenario, antwortet er ohne Umschweife: „Gerne weiter so bis zur Rente.“

Die Gartentruppe

Döllekes gehört – zusammen mit drei Kollegen – zur „Gartentruppe“ im Klever Tiergarten. Seit zweieinhalb Jahren ist er dabei. Ein nicht geringer Teil der Arbeitszeit ist dem Unkraut gewidmet. Es geht im Betrieb um weit mehr als „nur“ die Tiere. „Es kommt ja auch darauf an, dass hier alles ordentlich aussieht, dass morgens, wenn die Gäste kommen, die Wege sauber sind.“ Und der Einsatz gegen das Unkraut gehört nun mal dazu. Das geschieht übrigens nicht mit Gift und auch nicht mit dem „Flammenwerfer“. „Wir erledigen das mit heißem Wasser. Das Unkraut wird gewissermaßen gekocht.“ Mit einer speziellen Maschine wird heißes Wasser mit Hochdruck gesprüht. Was spricht gegen die Flammenmethode? „Da kannst du nicht dosieren. Wenn wir Unkraut unter einer Hecke wegbrennen würde, dann wäre die Hecke auch ruiniert. Dazu käme – vor allem im Sommer – auch noch die Brandgefahr. Und dann haben wir Tiere mit empfindlichen Nasen.“ Okay, also Unkraut kochen.

Es soll auch an den Wochenenden schön aussehen

Natürlich haben Döllekes und die Kollegen auch andere Dinge zu tun. „Im neuen Trampeltiergehege haben wir die Bepflanzung besorgt.“ Das geschieht dann nach Plan. „Da gab es genaue Vorgaben vom Architekten.“ Aber es gibt auch Bereiche, in denen Döllekes und Co. selber kreativ werden dürfen – natürlich nach Absprache mit dem Chef Martin Polotzek. Übrigens: Auch an den Wochenenden ist immer einer aus der Gartentruppe im Einsatz. „Es soll schließlich auch an den Wochenenden schön aussehen.“

Manchmal auch im Gehege

In der Regel gilt: Die Tierpfleger kümmern sich – was die Flora angeht – um die Gehege, die Gartentruppe besorgt den Rest. Döllekes: „Kann aber auch vorkommen, dass wir zur Unterstützung der Pfleger mal in einem Gehege mithelfen.“ Das sei der Vorteil eines kleinen Teams. „Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre“, beschreibt es Döllekes. Übrigens: Auch seine Freundin arbeitet beim Tiergarten. „Sie ist Raumpflegerin.“ Haben sich die beiden bei der Arbeit kennengelernt? „Nein. Das wäre zwar eine schöne Geschichte, aber wir kennen uns schon seit mehr als zehn Jahren. Zwei Kinder haben die beiden. Gehört denn der Nachwuchs auch zu den Tiergartenfans? „Aber Hallo!“ Vor allem hat es den beiden der Spielplatz angetan. Ist man eigentlich stolz darauf, Mitglied im Team zu sein? „Auf jeden Fall. Der Tiergarten ist ja auch regelmäßig in den Medien. Natürlich ist man da stolz. Und wenn dann Sachen wie die ‚China Lights‘ bei uns stattfinden – das ist schon ein Hammer.