Schreibkraft
Heiner Frost

Die Paten

Die Erdmännchen sind auf der Eins. Es folgen Zwergziegen und Rüsselspringer. Elfriede mag die großen Maras. Elfriede ist die Mutter vom Chef. Der Chef ist Martin Polotzek. Zeit für das Eigentliche: Seit locker 20 Jahren kann man Tierpatenschaften eingehen. Nicht nur im Klever Tiergarten.

Ein tolles Geschenk

Patenschaften sind ein gutes Verbindungsglied zwischen (Zoo)-Tier und Mensch. Der Martin spricht von einem „Instrument“. Aktuell zählt der Klever Tiergarten rund 250 Patenschaften. „Patenschaften sind ja ein tolles Geschenk“, sagt der Martin und vergisst nicht zu erwähnen, „dass Patenschaften auch steuerlich absetzbar sind“. Im Tiergarten-Flyer ist von einer „steuerwirksamen Spendenquittung für Patenschaften ab 300 Euro“ die Rede.
Zurück zum Ranking: Die Erdmännchen (und natürlich auch die Erdfrauchen) bringen es auf rund 30 Patenschaften. Der Martin könnte natürlich die genaue Zahl nachschauen. Ist nicht so wichtig.
Kommen wir zum Wirtschaftsfaktor. Nicht jeder möchte gleich eine 500-Euro-Patenschaft abschließen. Die wäre für den Roten Panda, ein Faultier, ein Trampeltier, ein Rentier oder einen Poitou-Esel fällig. Das ist – zugegeben – etwas unscharf formuliert, denn „seit circa fünf Jahren ist man bei uns nicht Pate für ein einzelnes Tier, sondern für eine Tierart“, erklärt der Martin. Auf dem Flyer des Tiergarten liest sich das dann so:

Ein Schild, das deinen Namen trägt

„Eine Patenschaft wird in der Regel nicht für ein bestimmtes Individuum abgeschlossen, sondern kommt in vollem Umfang der von Ihnen gewählten Tierart zugute.“ Und dann steht da noch: „Als Pate erhalten Sie einen attraktiven Patenbrief, ein Schild mit Ihrem Namen am entsprechenden Gehege, eine steuerwirksame Spendenquittung für eine Patenschaft ab 300 Euro und eine persönliche Einladung zu unserem Patenfest im Sommer. Je Pate können bis zu maximal vier Personen angemeldet werden.“ In diesem Jahr findet das Patenfest am Freitag, 28. August, statt.
Machen wir weiter im Finanzranking. 300 Euro werden für Zwergotter, Rind, Weißkopfseeadler oder Strauß fällig. Mit 200 Euro erwirbt/verschenkt man eine Patenschaft für Hausesel, Barockesel (Gibt es eigentlich einen Hardrock-Esel?), Shetland-Pony, Lama, Alpaka, Känguru, Schneeeule, Polarfuchs, Baumstachler, Zwergseidenäffchen, Zweifarbtamarin, Schwarzrückenaguti (da müsste der Schreiber sich mal schlau machen, was das ist). Wir betreten die 100-Euro Zone. Dort anzutreffen: Schaf, Schwein, Ziege (außer Zwergziege), Stachelschwein, Erdmännchen, Reiher, Mara (die Maras im Tiergarten heißen übrigens: Maradonna, ….) Gürteltier, Spaltenschildkröte, Stinktier und Präriehund. In der 50-Euro-Kategorie (merke: Last, but not least) finden sich Zwergziege, Frettchen, Kaninchen, Meerschweinchen, Huhn, Rüsselspringer und Witwenpfeifgans (auch so ein Name).
Bei der Top-Kategorie geht es übrigens nicht um Körpermaße. Schließlich sind Faultier oder Panda um einiges kleiner als ein Poitou-Esel. Der Martin weiß warum: „Für die Roten Pandas haben wir am Feuerwehrhaus in Brienen eigens eine Bambusplantage angelegt.” Und für die Rentiere werden Moose und Flechten eigens importiert.
Einmal im Jahr laden der Martin und das Team alle Paten zu einem Patenfest ein: Eintritt frei. Das wäre dann ein kleines Dankeschön. 2026 vermeldet Polotzek einen neuen Rekord: 240 Paten.