Es wird Bassam Alkhouris zweite Amtszeit im Integrationsrat der Stadt Kleve (jetzt: Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration) – die Zeit es Umsetzens: „In meiner ersten Amtszeit habe ich gelernt, wie es geht“, sagt Alkhouri. Lehrjahre. Nicht, dass jetzt die Herrenjahre kämen, „aber ich weiß es ein bisschen mehr über die Möglichkeiten“.
Ein Staatenloser
Bassam Alkhouri lebt seit 2011 in Deutschland – zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern. Ruth, Bassams Frau, ist Niederländerin. Auch die beiden Kinder haben niederländische Pässe. Bassam ist ein Staatenloser. Geboren in Syrien – jetzt in Deutschland. Einen Pass hat er nicht – nur eine „Aufenthaltskarte“. Bis zum Jahr 2011 lebte er mit seiner Frau in Syrien. Dann passierten zwei Dinge: „Unser Sohn wurde geboren und die Revolution begann.“ Grund genug, das Land zu verlassen. Von Bassams Familie – er hat vier Geschwister und seine Mutter lebt noch – ist niemand mehr in Syrien. Die Familie: irgendwie in der Welt verteilt.
„Rede mit den Menschen und nicht über sie.”
Bassam ist Künstler: ein Mann mit vielen Ideen. Eine davon: „Menschen sollen miteinandander reden und nicht über einander.“ Eigentlich ist damit alles gesagt. Wieder einmal geht es um Kommunikation. Alkhouris Ziel als Mitglied des Auschusses: „Konzepte für unsere Stadt entwickeln.“
Alkhouri ist ein Mann der Praxis. Er hat die „Weltreise“ erfunden: Einmal im Monat treffen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft im Theater im Fluss. Sie kochen zusammen, reden zusammen, machen oder hören zusammen Musik. Eines der Ergebnisse der Weltreisen-Idee: ein Kochbuch – „Hallo Nachbarn“ heißt es.
Menschen zusammenbringen
Alkhouris Idee von Politik: Menschen zusammenbringen. Die Küche als weltzentraler Ort. Das Ziel: Die Ideen der anderen verstehen. Toleranz ist keine Einbahnstraße. „Ich bin sehr gespannt, was wir mit dem neuen Ausschuss auf den Weg bringen werden.“ Alkhouri ist sicher: „Wenn ich viel über mein Gegenüber weiß, findet Kommunikation statt.“ Angst ist nicht selten das Ergebnis von Unwissenheit. Angst führt zu einem Gefühl der Ohnmacht und im nächsten Schritt zu Aggressionen. Alkhouri möchte Menschen ins Gespräch bringen. „Wenn wir einen Dialog anstoßen, ist schon viel erreicht.“