Schreibkraft
Heiner Frost

Bildung als Zentralmotiv

Foto: Rüdiger Dehnen

Kenan Araca ist 26 und von Beruf Apotheker. Sein Arbeitsgebiet: Arzneimittelsicherheit und Zulassung. Araca hat acht Geschwister. Er ist kurdischer Jeside – geboren und aufgewachsen in Kleve. Seit 2001 ist der Mitglied der SPD. „Meine Eltern haben immer SPD gewählt“, sagt er. Dass Araca jetzt Mitglied im Ausschuss für Chancengleichheit und Integration ist, hat aus seiner Sicht auch etwas mit politischer Verantwortung zu tun.

„Das ist meine Stadt.”

„Ich bin in Kleve aufgewachsen und zur Schule gegangen. Das ist meine Stadt.“ Wenn Araca an den Ausschuss denkt und daran, was er bewegen möchte, ist Bildung ein zentraler Begriff. Bildung, sagt er, sei eine Art „Gleichmacher“. Araca meint das positiv – ganz im Sinne von Chancengleichheit. Diskriminierung hat er nie erlebt, „aber nach der Grundschule habe ich erst einmal eine Hauptschulempfehlung bekommen“. Von der Hauptschule ging er zur Realschule und machte dann am Weißen Tor sein Fachabitur. „Natürlich kann es sein, dass die Lehrer auf der Grundschule dachten: Vielleicht schafft der das nicht. Ob dann da der Migrationshintergrund eine Rolle spielte? Wer will das sagen?“ Araca jedenfalls hat bewiesen, dass er mehr drauf hatte. „Eben aus diesem Grund ist es mir sehr wichtig, den Menschen mit Migrationshintergrund die Bedeutung von Bildung vor Augen zu führen.“

Mehrsprachigkeit als Faktor

„Auch Mehrsprachigkeit ist ja ein nicht zu unterschätzender Faktor.“ Natürlich spricht Araca auch Kurdisch. „Wenn wir Geschwister uns unterhalten, tun wir das auf Deutsch. Mit meinen Eltern spreche ich meist Kurdisch.“ Welche Möglichkeiten er zusammen mit den anderen Ausschussmitgliedern am Ende haben wird, muss sich zeigen. Für Araca ist es „das erste Mal“, obwohl er dem Stadtrat schon vorher als sachkundiger Bürger zur Verfügung stand. „Ich denke, dass der Ausschuss als eine Art Hinweisgeber für den Rat fungiert.“ Dass nur Menschen mit Migrationshintergrund wahlberechtigt sind, wenn es um den Ausschuss geht, kann Araca nicht wirklich verstehen. „Ich finde, dass jeder Bürger die Möglichkeit haben sollte, mitzuentscheiden, wer am Ende Ausschussmitglied ist. Das würde dieses Gremium ja auch mehr ins Gespräch bringen.“

Erreichbar sein

Dass nicht jedes Mitglied über die Internetseite der Stadt erreichbar ist, kann Araca auch nicht verstehen. Es sei, meint er, nachvollziehbar, dass nicht jeder mit seiner privaten Telefonnummer oder Emailadresse aufgeführt ist, „aber ich habe mich in ein öffentliches Amt wählen lassen und daraus sollte folgen, dass ich für die Menschen erreichbar bin.“ Dass für ihn auf der entsprechenden Seite der Stadt Kleve kein Kontakt hinterlegt ist, weiß Araca zum Zeitpunkt unseres Gespräches (3. Dezember 2025) nichts. Komisch ist das schon, denn natürlich möchte Araca erreichbar sein. „Diese Seite enthält alle für das Auskunftssystem freigegebenen persönlichen Daten. Die Übersichten am Seitenende zeigen die aktuellen Gremien- und Fraktionszugehörigkeiten“, heißt es auf der entsprechenden Seite der Stadt Kleve

Seite der Stadt Kleve

(Stand: 3. Dezember 2025.)