Schreibkraft
Heiner Frost

März 12, 2017
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Beihilfe zum Aufbruch

Foto: Rüdiger Dehnen

Knäste sind fremde Orte. Verschlossenes Abseits. Fabriken der Sicherheit – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
Knäste gelangen meist nur dann in die Randbereiche der Wahrnehmung, wenn sich Lücken auftun – wenn also Fluchten stattfinden, oder wenn bekannte Menschen (Höhnes, Kachelmann) ihren Weg dorthin antreten.

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Februar 18, 2017
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Über allen Gipfeln oder: Neues vom Maulkorbshügel

13 Uhr. Donnerstag.

Eigentlich könnte man in Feierlaune sein: Eine tolle Ausstellung am Start, der Geburtstag in Sicht … und dann das: Feuerlaune. Geschossen wird aus allen Rohren.Was gibt‘s Neues vom Kunstschloss? Diese Frage zu beantworten erfordert – wie soll man schreiben – diplomatisches Geschick und Kinokenntnis. Da gibt es in amerikanischen Gerichtsfilmen immer wieder einmal die Szene, in der Geschworene vom Richter dazu aufgefordert werden, etwas soeben Gehörtes quasi auf höchste Anordnung hin wieder zu vergessen. Ja geht denn das? Natürlich nicht. Niemand kann das. Aber man kann‘s ja mal anordnen.

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Februar 3, 2017
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verschwundet

Foto: Rüdiger Dehnen

Man reibt sich die Augen. Gerade noch war sie da – die Webseite des Museums Schloss Moyland und zeigte erstaunliche Neuigkeiten: Dr. Bettina Paust, las man verwundert, ist stellvertretende Direktorin.
Das hatte man anders in Erinnerung. Vielleicht noch mal nachschauen, ob‘s stimmt. Da blockiert Firefox die Seite. „Diese Verbindung ist nicht sicher“, heißt es, und es heißt auch: „Der Inhaber von moyland.de hat die Webseite nicht richtig konfiguriert. Firefox hat keine Verbindung aufgebaut, um Ihre Informationen vor Diebstahl zu schützen.“ Schön wär‘s, wenn es Informationen gäbe, aber die Welt schweigt. Was könnte passiert sein? Vielleicht mal jemanden vom Kuratorium anrufen.

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Februar 3, 2017
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Lampenfieber ist immer

Foto: Rüdiger Dehnen

Und das mal gleich vorneweg: Die Texthänger in der Bütt – kein Stilmittel. Nicht geplant. Nervensache. Das wollte sie mal gesagt haben. Jetzt ist es raus. Jetzt steht es da. Papier ist geduldig.
Ulla Lohmann schweigend? Das verursacht Denkschmerz. Auch ein Gottschalk wäre als Stillleben eher eine Trostlosigkeit. Der einzige Unterschied: Der Gottschalk hat aufgehört. Ulla nicht.

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Februar 3, 2017
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Hausbesuch

Wikipedia: Stalking, juristisch Nachstellung ist das willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann. Stalking ist in vielen Staaten ein Straftatbestand und Thema kriminologischer und psychologischer Untersuchungen.
Die offizielle präventivpolizeiliche Definition in Deutschland lautet: Das beabsichtigte und wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen, so dass dessen Sicherheit bedroht und er in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt wird.

Alte Hüte?

Früher musste man das Haus verlassen, um das Leben der anderen zu betreten. Heutzutage hält das Virtuelle Ersatz bereit und bringt eigene Früchte hervor, die sich benennen lassen. Sie heißen Mobbing oder Stalking. Beides funktioniert natürlich auch in der Wirklichkeit, aber die Anonymität des Netzes  vereinfacht die Jagd.
Stalking – das war (nicht nur) der Justiz vor Jahren unbekannt. Jetzt wird es verhandelt: Auch einer dieser Tatbestände, die nur Opfer erzeugen. Die einen – längst Opfer ihrer selbst und unfähig, Grenzen zu erkennen – machen andere zu Opfern mit etwas, das man nicht Liebe nennen kann. Trotzdem fragt man sich, ob das, wofür uns neue Worte angeliefert wurden, nicht eigentlich nur alte Inhalte sind. Wurde nicht immer schon gemobt oder gestalkt?

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Januar 30, 2017
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davonzuschweben – ein Nachgesang

Schade. Jetzt kann man’s nicht mehr sehen. Nicht auf der Bühne jedenfalls. Der letzte Vorhang ist gefallen. Aber eines kann man: Sich erinnern. Wenn man die Geister des Erinnerns ruft, ist nicht immer alles nur wohlig. Manchmal aber wird Rückschau zum Hochgefühl. „Über Stock und Schein“ war ein Ereignis. Das Leben in 70 Minuten – vorgeführt von 24 Entfesselten, die man am Ende einzeln umarmen müsste.

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November 26, 2016
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Blauer Fleck am Boden

Was ist schon ein Rahmen? Eine Art Bedingung vielleicht. Eine Gebrauchsanweisung. Eine sichtbarunsichtbare Grenze. Wieso unsichtbar? Man muss die Eingrenzung erst verstehen – sie beginnt jenseits des Gefäßes. Rahmen sind – wie soll man sagen – Bilderbehältnisse. Und Gefängnisse.
Da wundert es nicht, dass die Kunst gegen das Begrenztsein aufbegehrt, und man muss im eigenen Hirn die Grenze wegschalten, wenn plötzlich ein Bild rahmenlos dasteht, -hängt, -liegt.

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